Fliegenfischen an der kroatischen Krka

Von den Ferienorten an der Küste um Zadar und Biograd ist es etwa eine Autostunde bis nach Knin im Hinterland. Dort, am Fuße des dinarischen Gebirges entspringt die kroatische Krka (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen slowenischen Fluss).

Die Krka ist ein Karstfluss vom Feinsten! Über weite Strecken fließt sie durch schroffe Kalkfelsen, plätschert über idyllische Sinterterrassen von Gumpen zu Gumpen und erinnert insbesondere im Krka-Nationalpark an die Landschaft der Winnetou-Filme, die zum Teil hier gedreht wurden. Einem Angler geht beim Blick ins tief Blaue das Herz auf. Das Wasser ist glasklar, die Sichttiefe z.T. fünf Meter und mehr…

Das Fischen mit der Fliege ist im Revier des Fischereivereins Knin möglich, hier existiert eine schöne, ein Kilometer lange C&R-Strecke. Die Tageskarte kostet aktuell 20€ oder 150 Kuna.

Anfang Juni war ich zwei Tage lang dort und versuchte, eine der kapitalen Forellen zu überlisten, die hier vorkommen. Es waren zwei der spannendsten und härtesten Angeltage meines Lebens. Das Wasser ist sehr kalt und unglaublich klar. Insbesondere die Bachforellen sind sehr clever und verschwinden, sobald ihnen eine Fliegenschnur zu nahe kommt. Die meisten Muster kennen sie anscheinend längst und sind kaum zu locken. Kleine beschwerte Nymphen mit unauffälliger Beschwerung (KEIN Goldkopf) brachten immerhin bescheidenen Erfolg. Das größte Problem für mich war, bei der starken Strömung auf Tiefe zu kommen… die Forellen standen am Grund und bewegten sich kaum nach oben, eine Sinkschnur wäre hier sinnvoll gewesen, die hatte ich aber leider nicht dabei.

Die Bachforellen sind wunderschön gezeichnet.
Die Bachforellen sind wunderschön gezeichnet.
Durch die Nähe zum Gebirge kann das Wetter hier schlagartig kippen.
Durch die Nähe zum Gebirge kann das Wetter hier schlagartig kippen.
Wasser in Trinkwasserqualität!
Wasser in Trinkwasserqualität!
Ich sah hier auch fischjagende Schlagen in den Tiefen der Gumpen... unglaublich!
Ich sah hier auch fischjagende Schlagen in den Tiefen der Gumpen… unglaublich!

Der kiesig-sandige, helle Untergrund führt dazu, dass auch die Forellen sehr hell sind. Um sie am Grund stehen zu sehen, muss man sich erstmal „eingucken“. Mehrere große Forellen zwischen 40 und 50cm sah ich, konnte sie aber zu nichts verführen.

Einen absoluten „Elfmeter“ auf den Fisch meines Lebens, eine ca. 75er Regenbogenforelle, vergab ich durch menschliches Versagen: vor lauter Nervosität und Erschöpfung fabrizierte ich erst einen Hänger und brauchte für die Neumontage dann so lange, dass die Forelle nach einigem hungrigen Suchen (SIE WOLLTE!!!) weiterzog und nicht mehr auffindbar war… ich könnte mir noch jetzt die Haare raufen! Sie kam bis 2 Meter vor meine Füße, ich hätte ihr die Nymphe direkt vor die Nase „tippen“ können, ohne Wurf, ohne verräterische Schnur im Wasser… aber so ist das manchmal… bleibt nur zu hoffen, dass ich irgendwann eine zweite Chance für so einen Fisch bekomme!

Eine releaste Regenböglerin im glasklaren Wasser.
Eine releaste Regenböglerin im glasklaren Wasser.

Die Krka führte Anfang Juni noch ungewöhnlich viel Wasser und die Fische stiegen noch nicht, mit der Trockenfliege war leider noch nichts zu machen. Wenn man hier den richtigen Zeitpunkt erwischt, ist das sicher eine Sternstunde die seinesgleichen sucht, große und wunderschöne Fische gibt es in jedem Gumpen!!!