Die Zweifel schwinden

Ich war schon kurz davor, das Resümee zu ziehen, dass die Spinnrute der Fliegenrute eben DOCH überlegen ist… Zu zäh waren die Fänge bisher, insbesondere gab es auch kaum Nachläufer von mittelgroßen Fischen. Aber vielleicht lag es doch auch am Wetter? Vielleicht wäre es mit der Spinnrute genauso zäh!? Eigentlich war ich ja angetreten, um mir selbst zu beweisen, dass man mit der Fliegenrute genauso gut fangen kann, dass das alles keine Zauberei ist, und dass man kein englischer Lord im Kilt sein muss, um mit der Fliegenrute erfolgreich Forellen zu fangen.

...fast wie in Kanada.
…fast wie in Kanada.

Und als ich so darüber nachdenke und wieder mal den Streamer in einer konzentrierten dead drift durchs Wasser dirigiere, WUMMS! ein wahnsinniger Biss, vom Gefühl her als Würde mir jemand eine Breitseite mit der Dachlatte verpassen, ich bin kurz unsicher ob da nicht ein Hecht gebissen hat, aber nein, EINE KAPITALE FORELLE!

Und noch immer bin ich diesen Drills mit der Fliegenrute emotional nicht gewachsen, meine Hände zittern auch noch fünf Minuten nachdem der Fisch längst gelandet ist. Wieviel Druck kann ich machen? Hält das Vorfach? Krieg ich sie auf die Rolle, oder Drill ich mit der Schnur in der Hand…? Ist sie schon bereit zum Keschern?

So eine Forelle entschädigt für ALLES!
So eine Forelle entschädigt für ALLES!

Aber die Zweifel schwinden, es wird besser, und die Fliegenrute fängt! Die schöne Bachforelle hat 56cm und stolze 1,8kg! Und es macht einfach verdammt viel Spaß zu werfen und zu drillen… die Spinnrute bleibt vorerst im Schrank!

Am Kopf hatte sie übrigens eine ungewöhnliche Verletzung, der einzige Makel an einem ansonsten wunderschönen Fisch!? Ob das auch mit dem Laichen zu tun hat?! Oder vom Fischreiher stammt?