Sommerforellen an der Mangfall

Fliegenfischer haben viel Platz zum Werfen
Fliegenfischer haben viel Platz zum Werfen

Der Name „Mangfall“ hat irgendwas Magisches für mich, keine Ahnung warum… deshalb wollte ich schon immer einmal dort fischen und da ich nun einmal wieder einen Termin im Osten Münchens hatte, bot es sich an Richtung Rosenheim runterzudüsen… Karten gibts für eine Strecke des KFV Bad Aibling. Ich fischte von der Brücke in Bruckmühl flussauf etwa 3km weit.
Die Karten kann man online lösen oder bei einer der Ausgabestellen kaufen, die auf der Homepage genannt werden. Als Titel hätte ich auch schreiben können „Mangfall entzaubert“, denn nach diesem Angelausflug hat die Mangfall leider etwas Punkte bei mir verloren…

Solche rauen Rampen kommen alle paar hundert Meter.
Solche rauen Rampen kommen alle paar hundert Meter.

Die Strecke ist in eine fly-only und eine Kunstköderstrecke unterteilt, das ist schonmal super, allzu oft gibt nur fly-only und REST… die Spinnfischer sind die Deppen die mit den Würmlibadern ne Strecke teilen 🙁 . Die Strecken des KFV Bad Aibling befinden sich bei Bruckmühl im Kreis Rosenheim. Die Wasserqualität ist super, die Landschaft herrlich, die Leute freundlich, das Bier hervorragend… aber die Gewässerstruktur lässt leider zu wünschen übrig, die Mangfall ist aus Gründen des Hochwasserschutzes vor Jahrzehnten in ein künstliches Bett gezwängt worden. Man bemüht sich in den letzten Jahren, die Struktur weiter zu verbessern, die Durchgängigkeit wird mit „rauen Rampen“ wiederhergestellt. Immerhin: es ist kiesig, immer wieder größere Blöcke im Flussbett, und hinter den „rauen Rampen“ sind ohnehin top Stellen für Forelle.
Leider berichtete mit ein einheimischer Fischer, dass es seit vielen Jahren jeden Sommer zu einem Bachforellensterben kommt, wahrscheinlich steigen die Temperaturen doch etwas zu weit an, es grüßt die Klimaerwärmung! Ich sah auch verpilzte Regenbogner und eine tote Barbe. Das alles entlockte mir nicht gerade Freudenschreie.

Eine der wenigen Refos mit intakten Flossen. Nur das Schuppenkleid war nicht so schön.
Eine der wenigen Refos mit intakten Flossen. Nur das Schuppenkleid war nicht so schön.

Neben Bach- und Regenbogenforellen soll es auch gute Äschen haben. Die sind aber GANZJÄHRIG geschont, das steht noch falsch auf der Homepage des KFV! Ich fing allerdings nur Refos und Döbel, davon aber reichlich. Die Refos waren bis auf zwei Ausnahmen allesamt frische Besatzfische mit verkrüppelten Flossen, so etwas steht einem Forellengewässer nicht gut an, zumal bei diesen Tageskartenpreisen! Ein Besatz mit Brütlingen wäre sinnvoll, sonst kann ich auch an die Mauka nach München ins „Forellenpuff“.

Die schönste und größte Regenbogenforelle war eine 43er, die sicher schon ein Jahr im Wasser ist, wie das lachsfarbene Fleisch beweist (es war auch die einzige die ich entnahm). Die Forelle legte einen brutalen Kampf hin, ich dachte ich hätte nen Lachs an der Angel! Das war wirklich herrlich und entschädigte für Vieles.

Leider fing ich keine einzige Bachforelle, was an den Temperaturen liegen könnte. Die sind schon so hoch, dass die Rotgetupften evtl. nicht mehr richtig fressen. Auch sonst ist aber der Bafo-Bestand sicher nicht sehr groß. Bei den Regenbognern gibt es aber sicher ein paar ordentliche Kracher jenseits der 3kg, dieses Potential hat die Mangfall!

kapitaler Döbel, ca. 50cm
kapitaler Döbel, ca. 50cm
die Döbel waren allesamt erstaunlich kämpferisch
die Döbel waren allesamt erstaunlich kämpferisch

Die Döbel waren z.T. sehr groß, allesamt sehr kampfstark und gefielen mir eigentlich am Besten an diesem Gewässer… denn Döbel werden nie besetzt, das ist immer ein „Wildfang“! Barben sah ich ebenfalls zu Hauf.

FAZIT:
Ich bin da wirklich zwiegespalten:
Wenn die Tageskarte 20€ kosten würde, wärs okay, denn immerhin sehe ich die Chance, hier auch mal eine richtig kapitale Regenbognerin zu landen… aber für 33€ ist das ein Reinfall! Andere Gewässer dieser Preisklasse haben deutlich mehr zu bieten: Der Alpenrhein für 35€ mit „echten“ Steelheads, der Eisack für 35€ mit seinen kapitalen Marmoratas, die Ettlinger Alb mit einem fantastischen Bachforellenbestand für 25€… An der Donau kann man an jedem einzelnen Tageskartenabschnitt schönere Forellen fangen, und zahlt nur die Hälfte! Die Mangfall hat -zumindest in diesem Abschnitt- bei mir deutlich an „Magie“ verloren. Lieber abschneidern, als verkrüppelte Besatzforellen fangen!

+PLUS

      +man fängt was
      +schöne Landschaft, nette Menschen
      +viel Platz für Fliegenfischer
      +Potential für kapitale Regenbogner

-MINUS

      -total überhöhter Tageskartenpreis
      -schlechte Besatzpolitik (fangreife Forellen)
Die Stufen der Rampe haben oft einen Gumpen nach jedem Absturz, hier steht IMMER eine Forelle!
Die Stufen der Rampe haben oft einen Gumpen nach jedem Absturz, hier steht IMMER eine Forelle!
Ein natürlicher Flussverlauf sieht anders aus :-(
Ein natürlicher Flussverlauf sieht anders aus 🙁
Es gibt auch ruhigere Abschnitte, in der Vagener Au oberhalb Bruckmühl.
Es gibt auch ruhigere Abschnitte, in der Vagener Au oberhalb Bruckmühl.

6 thoughts on “Sommerforellen an der Mangfall

  1. Hi
    Schöner Beitrag und ich geb Dir recht, dass ich die Besetzungspolitik nicht ganz nachvollziehen kann. Hast Du an der Mangfall auch mal auf Hecht gefischt wenn ja wo?
    Du schreibst auch vom Rhein in der Schweiz welchen Bereich würdest Du empfehlen? Ich bin in 2 Wochen in der CH und würde gerne fischen gehen. Merci und Petri Heil
    Pat

    1. Hi Pat, nein auf Hecht hab ich es an der Mangfall nicht versucht, der Verein versucht die Hechte auch aus dem Gewässer fernzuhalten, der Bestand ist sicher nicht groß. Es besteht eine Entnahmepflicht für Hechte! Im oberen Teil der Vagener Au gibt es durchaus Stellen die hechtverdächtig aussehen, ich denke aber, es macht keinen Sinn die gezielt zu befischen.
      Die Schweiz ist natürlich ein absolutes Angel-Eldorado. Ich kann dir dazu auch mein Lieblings-Forum empfehlen, http://www.haken.ch, in dem man dir sicher gute Tipps geben kann. Ich kenne persönlich nur den Alpenrhein bei Ruggell, d.h. auf der Liechtensteiner Seite. Dort gibts nämlich auch Tageskarten, während man auf der Schweizer Seite für diese Strecke ansonsten mindestens eine Wochenkarte lösen muss.
      Gute Gewässertipps gibts auch auf der Seite eines guten Freundes: salmonidenfishing.ch oder guidings bei thetrouthunters.ch

  2. Die mangfall ist wirklich ein schönes Gewässer
    Nur der kfv aibling hat keine ordentliche Maßnahmen und Besatz
    Das Gewässers ist zum größten Teil überfischt Mann stelle sich vor 370 Mitglieder und die gesamten Tageskarten da kann kein natürliches vorkommen entstehen die untermässigen Forellen wurden schon 100mal gefangen begutachtet und wider ins Wasser geschmissen
    Das die Verketzungen aufweisen ist klar

  3. Und für eine Tageskarte knapp 50€ zahlen. Für so ein schlecht bewirtschaftet Gewässer
    Wenn der Verein Fische besetzt dann sind schon die Vereinsmitglieder vor Ort und Fischen den größten Teil in kurzer Zeit weg
    An den anderen Gewässer ist so ziemlich das gleiche Proplem
    Glon , Lauser Weiher , höglinger

  4. Habe gerade einmal wieder auf der Homepage des KFV Bad Aibling nachgesehen – offensichtlich wurden die Tageskartenpreise (wie überall) erhöht. Die Mangfall kostet inzwischen 39,-€. Auch hier bei uns an der Donau gibt es inzwischen kaum noch eine Strecke für unter 20,-€. Aber die Preiserhöhung ist wohl die einzige Chance, den Angeldruck zu reduzieren, insofern sehe ich das nicht nur negativ.
    Auch wenn das vielleicht ein paar schwarze Schafe dazu verleitet, gegen die Regeln zu verstoßen, untermaßige Fische einzupacken oder mehr Fische als erlaubt – im Sinne von „bei dem Preis will ich auch was mit heimnehmen“… Leider gibt es solche Fischer! Lasst euch aber bloß nicht von mir erwischen, ich bin da unbarmherzig!

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