„Frust-Frost“?

In der letzten Zeit liefs nicht ganz so gut beim Fischen, wie es sein könnte. Auch in Dänemark war es alles andere als erfolgreich… mich beschlich öfter der Gedanke, ob ich mein „Angel-Glück-Konto“ letztes Jahr mit der Marmorata so dermaßen überzogen habe, dass ich jetzt erstmal wieder auf 0 kommen muss? Oder bin ich bereits wieder am Sparen, und fange demnächst was Schönes?

Heute regnets, es ist feucht und schwül, bisweilen ein Donner. Mein Lieblings-Angelwetter! Gegen neun ziehe ich zum wahrscheinlich 86537sten Mal meinen Köder durchs Wasser, in der Hoffnung auf eine kapitale Rotgetupfte. Plötzlich ein kurzer Widerstand, es blitzt etwas Großes auf und die Schnur erschlafft. MEIN KÖDER IST AB!!!! Materialfehler? Eher nicht… Vielleicht ein Hecht? Die Hecht-Attacke im letzten Jahr, ein Stück weiter flussauf sah ähnlich aus, es könnte wieder so ein 70er sein… das wäre doch ein schöner Abschluss!
Also Titanvorfach dran, Spinner, und an den Büschen entlang… beim 5ten oder 6ten mal plötzlich ein massiver Widerstand, ich denke kurz EIN HÄNGER, dann ist aber klar, EIN HECHT!!!!! UND WAS FÜR EINER!!! Mir bleibt die Luft weg als er das erste Mal an der Oberfläche ist! Einen Meter dürfte er haben! Ist das heute der Zahltag? Hat der Angelgott ein Einsehen und belohnt mich für das tapfere Abschneidern der letzten Zeit?
Der Hecht kämpft brutal, welch eine Kraft! Ich kann ihn immer wieder gerade noch so davon abhalten, ins Unterholz zu flüchten. Den großen Kescher habe ich dabei, klappe ihn aus, der Hecht scheint langsam zu schwächeln. Ich kann es nicht glauben, dass ich so ein Riesenvieh am Haken habe. Eine gefühlte Ewigkeit kämpfen wir schon…
Dann nochmal eine heftige Flucht, ich halte dagegen soweit es die Schnur zulässt, und plötzlich erschlafft die Schnur. Ich kann es nicht glauben, es zieht mir den Stecker, es fröstelt, Gänsehaut. Meine 1000€-Angelcombo fällt mir achtlos aus der Hand ins Gras. Der Hecht muss es irgendwie geschafft haben, das Mono-Vorfach quer ins Maul oder in die Kiemen zu kriegen, das Titan zu umgehen, und ab wars…
ES KANN NICHT SEIN! Ich bin fertig… wie nennt man dieses Gefühl? Nur Angler kennen es, es ist furchtbar! Eiskalt, hinterlässt es einen absolut kraftlos. „Frust-Frost“ vielleicht?

3 thoughts on “„Frust-Frost“?

  1. Hallo Hannes,
    das ist sehr schade! Aber dieses Gefühl kann sich auch bei einem Jäger einstellen. Du sitzt wochenlang und wartest vergeblich. Plötzlich am vorletzten Sonntagmorgen: die Gelegenheit, jetzt muss es schnell gehen und dann: hackt’s an der Technik! Die Gelegenheit zieht – im wahrsten Sinne des Wortes – seelenruhig vorbei. Gelegenheit vertan! Da durchlebt man ähnliche Gefühle… Die Tage darauf auch wieder Scheider! Die Hoffnung stirbt zuletzt!
    bis bald und herzliche Grüße aus München
    Ferdl

    1. Danke Ferdl, geteiltes Leid ist halbes Leid. Ich drücke dir auch die Daumen, dass du den Bock noch kriegst!
      Bis bald mal wieder in München!

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